außerhalb der Zeit

analoge Fotografien I analog photographs
Pigment Inkjet Prints vom Farbnegativ I from color negative
70x100cm 
24x30cm
2020

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Zeit in Quarantäne, den Gefühlen, die durch die Isolation von der Außenwelt entstehen oder stärker werden. Sie nähert sich auf zwei verschiedenen Wegen der verschobenen Wahrnehmung, dem Selbstempfinden und der Intimität. Mal verschwimmen die Wochentage, mal scheint das Leben still zu stehen, als würde die eigene Gegenwart außerhalb der allgemeinen „Zeit“ existieren. Was sich zeitweise wie ein Wurmloch anfühlt, das die Umgebung und das Selbst verschlingt. Wenn man davon ausgeht, dass „Realität“ etwas ist, woraum wir und als Gesellschaft einigen, so stellt sich die Frage, wie konstruiert sich diese Realität, wenn der Bezug zur Gemeinschaft nicht mehr gegeben ist.


Der erste Teil dieser Arbeit besteht aus großen analogen Farbfotografien, in welchen die von mir gewählten Sujets durch eine Spiegelvorrichnung verzerrt und in ihre Bestandteile zerlegt werden. Der Fokus verschiebt sich auf Details, welche vermeintlich losgelöst von ihrer Umgebung ein Eigenleben entwickeln. Sie laden dazu ein, aus der nächsten Nähe untersucht zu werden und erzeugen gleichzeitig das Gefühl der Überforderung, da sie sich der restlosen Aufklärung verschießen. 


Zweiter Teil besteht aus Bildern, welche auf Schwarzweißfilm aufgenommen wurden. Sie erzählen von einem gefilterten, entrückten Blick auf die Realität, Distanz und Nähe. Die klaren Sujets verankern die Fotografie in der Gegenwart. Es entsteht eine Art von Schwebezustand, wo die Dauer und der Ort keine Rolle spielen. Alles in dieser Bilderwelt scheint zu lauern. Diese Fotografien schaffen eine Ambivalenz zu den Farbbildern und bilden gleichzeitig einen Ruhepol.

This work deals with time in quarantine and the feelings caused by isolation from the outside world. It approaches this shifted perception of reality, the self-awareness and intimacy in two different ways. Many everyday contexts stay unchanged but feel different, some days fade, sometimes they feel like a wormhole. If one thinks that "reality" is something that we construct as society, then the question arises how to build this reality, when the connection to the community is no longer given. 


The first part of this work consists of big analogue colour photographs, that show subjects fragmented into components by a mirror device. The focus shifts to details that develop a life of their own detached from their environment. They are meant to visualize how overwhelming isolation can be for one's perception.


The second part contains pictures, which are taken on black and white film. They show a filtered, disconnected view of reality, distance and intimacy. The clear subjects anchor the photography in the present. They create an ambivalence to colour images, a kind of limbo where the duration and the location doesn't matter. Everything in this images seems to lurk.

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